Zukunftsforum

Spital Wattwil

Das Spital Wattwil - das definitive Aus?

Das Spital Wattwil schliesst definitiv – was nun?

Für die Lokalbevölkerung und die Hausärzte ist es schmerzlich, kein Landspital mehr in der Nähe zu haben. Das Grundproblem liegt aber gar nicht im Verlust des Spitals Wattwil und den damit verbundenen Änderungen in der gesundheitlichen Versorgung des Toggenburg. Das Grundproblem liegt in der finanziellen Schieflage des Kantons.

Mit der Schliessung der kleinen Spitäler, die finanziell nicht rentieren, versucht die Politik, ein finanzielles Loch zu stopfen und zukünftige Patienten für das Kantonsspital St. Gallen zu gewinnen. Dies ist ein gefährlicher Weg. Die gewaltige Baustelle in uns ums Kantonspital St. Gallen könnte sich als Fehlplanung erweisen und dies aus mindestens zwei Gründen. Erstens ist die Behandlung in einem Zentrumsspital bestimmt nicht günstiger als in einem Kleinspital. Und zweitens lassen sich zukünftige Hausärzte für die Arbeit in ländlichen Regionen kaum sinnvollerweise an einem «Universitätsspital» ausbilden bzw. rekrutieren. Der bereits jetzt schon bestehende Hausärztemangel dürfte sich weiter versschärfen. Und ohne Hausärzte geht im Gesundheitswesen vieles schief. Der nachstehende Artikel, geschrieben am 03.01.2020 behält seine Aktualität.

Zum Schluss eine einfache, vielleicht nicht ganz ernst gemeinte Frage: Müsste man nicht einen Baustopp für das Kantonsspital St. Gallen fordern, damit man es nicht erst nach deren Eröffnung gleich wieder schliessen muss?

Aber nun doch noch eine ernst gemeinte Frage: Können wir uns als Kanton St. Gallen denn nicht mindestens 2 kleine Landspitäler leisten als Ausbildungsstätte für zukünftige Hausärzte. Es wäre eine lohnende und eine sinnvolle Investition in die Zukunft, von der alle im Kanton profitieren werden. Vielleicht ist diese Weitsicht politisch zu weit weg - schade!