Zukunftsforum

Konzeptidee Nr.3

Ortskonzept für Ebnat-Kappel

Ausgangssituation
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Da in Ebnat-Kappel ein offizielles Raumplanungskonzept fehlt, kann sich der Dorfbewohner kein Bild machen, wie Ebnat-Kappel in 10 oder 20 Jahren aussehen könnte. Aktuell werden die als dringend angesehenen Bauvorhaben realisiert, während andere auf die lange Bank hinausgeschoben werden. Für ein bestimmtes Problem wird eine optimale Lösung gesucht und auch gefunden. Diese scheinbar optimale Lösung kann sich in Zukunft aber als hinderlich erweisen, wenn es darum geht, ein weiteres Bauvorhaben der zweiten Priorität an die Hand zu nehmen. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, einen 10 Jahresplan für unser Dorf zu erstellen auf der Basis einer Vision, wie unser Dorf in 20 Jahren auszusehen hat. Als Dorfgemeinschaft müssen wir uns festlegen, was wir langfristig als Ziel wollen. Erst anschliessend können wir gemeinsam den Weg gehen, der dorthin führt.

1. Schritt: Festlegung des Ziels „Wir wollen ein Dorfzentrum!“
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Rein geografisch liegt das Dorfzentrum zwischen Kapplerstrasse – Sonneggstrasse und Badistrasse. Wenn wir ein wirkliches Dorfzentrum wollen, müssen wir dieses räumlich festlegen, weil dies Konsequenzen hat. Wenn innerhalb dieser drei Strassen bauliche Veränderungen geplant werden, dann sollten die Baueingaben so beurteilt werden, dass die geplanten baulichen Veränderungen oder neuen Gebäude dem Ziel dienen, das Dorfzentrum zu stärken und nicht zu behindern.

2. Schritt: Was gehört ins Zentrum und was nicht?
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Folgende Institutionen oder Gebäude gehören ins Zentrum:

-Wohnungen für begleitetes Wohnen im Alter inklusive eine Pflegeabteilung des Alters- und Pflegeheims Wier (Idee Nr. 1 des Zukunftsforums)
-Grosser Saal inklusive Restaurationsbetrieb (Idee Nr. 3)
-Kinderspielplatz mit Indoorspielmöglichkeit, Kinderhort (Idee Nr. 11 und 12)
-Einkaufsmöglichkeiten (Coop, Migros und andere)
-Genügend unterirdische oder überdachte Parkplätze
-Jugendtreff
-Bibliothek

Folgendes gehört grundsätzlich nicht ins Dorfzentrum:
-Fussballfeld
-Autowerkstätte

3. Schritt: Wo liegt Verbesserungspotential?
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Gewisse Gebäude sind von ihrer Struktur her gegeben und nur bedingt veränderbar. An ihnen etwas zu ändern, würde wenig Sinn machen. Sie müssen als gegeben hingenommen werden. Dazu zählen folgende Gebäude:
-Alterssiedlung Gill, Erweiterungsbau Gill, Postblock/Kantonalbank
-Gillblock mit Apotheke und Coop
-Schulhaus Gill mit Turnhalle und Sportplatz

Folgende Gebäude und Flächen sind modifizierbar und damit in ihrer Nutzung nicht eindeutig festgelegt. Bei folgenden Einrichtungen besteht praktisches Verbesserungs- und Entwicklungspotential:

-Parterregeschoss des Postblockes (die ehemalige Poststelle steht leer)
-Parterregeschoss der aktuellen Kantonalbank nach deren Umzug (Idee Nr.13)
-Baracken-Garagen und deren Parkplätze, zum Postblock gehörig (Idee Nr. 2)
-Aktueller Kinderspielplatz (kann innerhalb des Zentrum verlegt werden)
-Gekiester Parkplatz mit angrenzender Gillstrasse (vergl. Konzept 1)
-Migrosgebäude (von der Bausubstanz her wenig erhaltenswert)
-Auto-Werkstätte Gill (gehört eigentlich nicht ins Zentrum)
-Fussballplatz (gehört eigentlich nicht ins Zentrum)

4. Schritt: Optimale Lösung finden
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Eine möglichst optimale Kombination der Schritte 2 und 3 ergibt jene Lösung, die als Vision formuliert werden kann. Verschiedene Möglichkeiten können durchgespielt werden nach folgendem Schema: Ein grosser Saal wäre möglich als Anbau an den Postblock, während die ehemalige Poststelle als Foyer funktionieren würde. Der Saal wäre aber auch möglich vor dem Erweiterungsbau der Alterssiedlung oder am Ort, wo die Autowerkstätte Gill aktuell steht. Begleitetes Wohnen wäre möglich im zweiten und dritten Stockwerk über dem grossen Saal, auf dem Gelände des aktuellen Spielplatzes, in einem neu erstellten Migros-Gebäude. Der Indoor-Spielplatz könnte in der ehemaligen Poststelle oder im Parterregeschoss der St. Galler Kantonalbank untergebracht werden. Etc., etc.

5. Schritt: Konsequenzen ziehen
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Erst wenn das Grobkonzept des Dorfzentrums steht, können wir uns gemeinsam auf den Weg machen, unsere Vision zu realisieren. Wir können bereits jetzt damit beginnen, unser Dorfzentrum zu bauen, das in 20 Jahren stehen soll. Damit ergeben sich von selbst die richtigen Entscheidungen in Bezug auf Standort der Schule, Bau eines grossen Saals, Neubau oder Anbau/Rennovation des Alters- und Pflegeheims, Bau eines zusätzlichen Fussballplatzes etc.

Schlussfolgerungen
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Unser Dorf braucht dringend ein breit abgestütztes Raumkonzept. Nur wenn ein solches steht, verbauen wir uns mit jetzt gefällten Entscheidungen nicht unsere Zukunft. Nur wenn wir ein Raumkonzept haben, können wir die richtigen Prioritäten setzen und mit unseren beschränkten finanziellen Ressourcen sorgfältig umgehen. Nur wenn wir ein Raumkonzept haben, werden wir das realisieren, was uns unserer gemeinsamen Vision einen Schritt näher bringt und was nicht. Es ist daher sinnvoll, keine Grundsatzentscheidungen auf Dorfebene mehr zu fällen, bevor ein breit abgestütztes Raumkonzept vorliegt.

Zusammenfassung
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Die Dorfbevölkerung muss sich entscheiden, ob sie ein Dorfzentrum will, das sich geografisch zwischen Kapplerstrasse, Soneggstrasse und Badistrasse anbietet. Wenn Ebnat-Kappel den Weg zur Vision geht, wird sie wohl das einzige Dorf im Toggenburg werden, das über ein wirkliches Dorfzentrum verfügt und damit wird sie mit grösster Wahrscheinlichkeit einmal in der Zukunft der Wakkerpreis gewinnen. Und diesen Preis wünschte ich mir für Ebnat-Kappel.