Zukunftsforum

Konzeptidee Nr.2

Neue Wege im lokalen Sozialwesen

Unser Sozialstaat fördert eine Zweiklassengesellschaft und eine Konsumgesellschaft, in der die zwischenmenschlichen Beziehungen kaum gefördert werden und sogar auf der Strecke bleiben. Das Existenzminimum wird administrativ als ein rein materieller Wert kalkuliert und mit einem bestimmten monatlichen Geldbetrag festgelegt. Dieser Weg wird in die Sackgasse führen. Aus rein wirtschaftlichen Gründen werden wir in Zukunft den Gürtel enger schnallen müssen. Es wäre kurzsichtig gedacht und wenig sinnvoll, bei verschärfter wirtschaftlicher Situation einfach die Sozialausgaben zu kürzen, ohne grundsätzlich das System in Frage zu stellen. Unser Kanton wird sparen müssen und wird diesen Spardruck nach unten weitergeben. Daher sind lokale Lösungen und Neuaufbrüche gefragt. Als Dorf können wir das schweizerische Sozialwesen nicht revolutionieren, aber wir können lokal etwas Innovatives schaffen mit einer Ausstrahlung, die über unser Dorf hinausreicht.

Personen in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen, Sozialhilfebezüger, alleinerziehende Väter und Mütter, vereinsamte Rentner – sie alle sind Menschen mit einer Persönlichkeit und einem menschlichen Potential, das es zu nutzen gilt. Durch Kombination der dem Zukunftsforum präsentierten Ideen liesse sich ein neues Sozialkonzept in die Tat umsetzen, das den Menschen ins Zentrum rückt und nicht seine finanzielle Situation. Dieses neue Konzept besteht aus drei grundsätzlichen Aspekten:

Förderung der zwischenmenschlichen Kontakte durch Schaffung einer Sozialfirma (Idee Nr. 5) sowie durch Förderung der Sozialkompetenz (Idee Nr. 8). Hier geht es darum, den „ausgemusterten“ Menschen erneut ins Dorfleben zu integrieren durch Schaffung von Arbeitsstellen im Rahmen der Sozialfirma sowie durch Freiwilligenarbeit/-einsatz/-dienst. Der Sozialhilfeempfänger soll nicht nur Empfänger bleiben, sondern auch zum Geber werden. Er leistet für andere einen Dienst und ist für seinen Mitmenschen ein Gegenüber. Der Mensch mit bescheidenen finanziellen Mitteln soll möglichst unabhängig von materiellen Zwängen sein Leben gestalten können. Voraussetzung dafür ist eine Entschuldung (Antischuldenprogramm: Idee 9) und ein klares Haushaltsbudget. Das Projekt Gesundheit und Solidarität (Idee 7) gestattet es einer Person, seine Gesundheitskosten mit Fr. 330 pro Monat sicher und risikolos zu budgetieren. Es wäre sinnvoll, wenn das Sozialamt diese Kosten übernehmen würde. Für das Sozialamt entfielen dann die Abrechnung der effektiven Krankheitskosten und sämtliche weiteren Arbeiten mit den Gesundheitskosten. Die Person im Projekt „Gesundheit und Solidarität“ würde sinnvoll mit ihrer Gesundheit umgehen, da sich dies direkt positiv auf die eigenen Finanzen auswirken würde (finanzielle Rückvergütung per Ende Kalenderjahr bei moderatem „Konsum“ medizinischer Leistungen). Schaffung einer Anlaufstelle im Dorf für das zwischenmenschliche Zusammenleben.