Zukunftsforum

Konzeptidee Nr.1

Ein multifunktionelles Dorfzentrum

Ebnat-Kappel ist vor einigen Jahrzehnten durch die Fusion zweier Dörfern entstanden. Die Räume zwischen den beiden ehemaligen Dörfern wurden mehrheitlich überbaut. Ein einheitliches Dorf ist dadurch aber nicht entstanden. Ein Zentrum mit Leben fehlt. Dies muss aber nicht so bleiben und darf auch nicht so bleiben. Ebnat-Kappel hat das Potential, aus eigener Kraft ein Zentrum zu schaffen, das diesen Namen verdient. Rein geografisch liegt das Dorfzentrum zwischen der Kapplerstrasse, der Sonneggstrasse und der Badistrasse.

Damit vorhandene Ideen auch umgesetzt werden, müssen sie für alle Beteiligten zu einer WinWin-Situation führen, finanzierbar sein und aus eigener Kraft realisiert werden können. Das vorliegende Konzept wurde nicht mit den beteiligten Grundstückbesitzern abgesprochen oder vordiskutiert. Die Homepage des Zukunftsforums bietet eine optimale Plattform, damit sich alle Beteiligten und die Bevölkerung ein Bild machen können, wie sich unser Dorf entwickeln und in Zukunft aussehen könnte.

Das Dorfzentrum sollte eine Begegnungszone mit Leben sein und eine Einheit bilden. Aktuell entspricht das neue Dorfzentrum noch einer hässlichen, zugeteerten Parkplatzfläche. Im Zentrum dieses Konzeptes steht der Postblock. Die ehemalige Poststelle im Parterre steht leer, die Garagen zu den entsprechenden Wohnungen gleichen Baracken. Im Winter ist die geteerte Parkfläche eine Eisbahn, die Schneeräumung ein Problem. Das neue Dorfzentrum könnte sich in zwei bis drei Etappen entwickeln, wobei die erste Etappe vorwiegend den Postblock und dessen unmittelbare Umgebung betrifft.



Etappe 1: Postblock und Kinderspielplatz
___________________________________

Eine erste Etappe könnte etwa so aussehen:

Bau eines Restaurants in der ehemaligen Poststelle, d.h. im Parterregeschoss des Postblockes. Diesem Restaurant könnte ein grosser Saal angegliedert werden durch bauliche Erweiterung des Parterres in Richtung Migros.Die Parkplätze der Postblockwohnungen würden in den Boden verlegt bzw. überdacht und begrünt, sodass das Dach der entstehenden Tiefgaragen auf das gleiche Niveau käme wie der Boden des Postparterres. Dadurch entstünde gewissermassen die Möglichkeit, das Restaurant zusätzlich auch als Gartenwirtschaft zu betreiben: Die Grünfläche wäre vom Restaurant aus direkt begehbar. Über einem Teil des angebauten Saales könnten drei weitere Stockwerke entstehen. Das unterste wäre ideal nutzbar als Aussenpflegeabteilung des Alters- und Pflegeheims Wier. Die beiden darüber liegenden Stockwerke könnten dem begleiteten Wohnen dienen. Von der Pflegeabteilung aus könnte ein Teil des Daches des Saales genutzt werden im Sinne einer begehbaren Grünfläche. Dies könnte eine ideale Aussenzone ergeben für demenzkranke Menschen, sollte die Pflegeabteilung hauptsächlich für die Betreuung von Demenzkranken eingerichtet werden.Das Areal des aktuellen Spitalplatzes könnte doppelt genutzt werden. Einerseits als Erweiterung der „Tiefgaragen“ des Postblockes. Diese neuen Parkplätze stünden der Alterssiedlung Gill zur Verfügung, sodass das Parkplatzproblem sauber gelöst werden könnte und die aktuellen oberirdischen Parkplätze und überdachten Abstellplätze der Alterssiedlung überflüssig würden. Auf dem Dach der Tiefgarage müsste ein neuer Spielplatz entstehen als Ersatz für den alten. Er müsste von der Architektur her eingebunden werden in die zentrale Grünzone und auf gleichem Niveau liegen wie die geplante Gartenwirtschaft.

Bei diesem Konzept gibt es nur Gewinner:
____________________________________


-Die Postblockwohnungen erhalten überdachte Autoabstellplätze zum Nulltarif. Ihr Besitzer würde im Gegenzug das begrünte Dach der Garagen der Öffentlichkeit zur Nutzung zur Verfügung stellen. Die Wohnungen gewinnen an Attraktivität durch die entstehende Grünzone.

-Das Restaurant könnte rentabel geführt werden durch Diversifizierung. Es wäre eine nahe Verpflegungsmöglichkeit für die Bewohner der Alterssiedlung Gill, es böte Verpflegung im gleichen Gebäude für die Menschen im begleiteten Wohnen. Es könnte einen Catering-Service anbieten bei Anlässen im grossen Saal. Es könnte als zentrale Küche für das Alters- und Pflegeheim Wier sowie für das Wohnheim Speer funktionieren sowie auch als öffentliches Restaurant, als Treffpunkt für Eltern, während ihre Kinder draussen spielen auf dem neuen Spielplatz.

-Die Zahl der vorhandenen Parkplätze würde durch optimale Anordnung deutlich steigen. Davon profitieren Postblock, Alterssiedlung und auch die Öffentlichkeit. Insbesondere bei Anlässen im grossen Saal stünden genügend Parkplätze zur Verfügung. Die dortigen Anlässe finden wohl meist abends und an den Wochenenden statt, sodass zusätzlich die Parkplätze von Migros und Coop mitbenutzt werden könnten, weil dann diese beiden Geschäfte geschlossen sind. Die Parklatznutzung könnte so optimiert werden.

-Begleitetes Wohnen wäre im Zentrum machbar, wie bereits in einer der präsentierten Ideen vorgeschlagen worden ist.

Etappe 2 und 3: Erweiterung der Zentrumsumgestaltung
_________________________________________________

Das Fernziel muss sein, das Zentrum möglichst Fussgängerfreundlich und Autofrei zu gestalten. Dies wäre möglich durch Umnutzung der Gillstrasse. Sie wäre nur noch von der Kapplerstrasse aus benutzbar als Sackgasse. Die Verbindung zur Badistrasse würde sich auf einen Fussgängerweg beschränken. Dadurch entstünde eine neue Bauparzelle, welche den gekiesten Parkplatz vor dem Erweiterungsbau der Alterssiedlung Gill beinhaltet, den aufgehobenen Gillstrassenabschnitt sowie die Parzelle Badistrasse 15/13. Hier könnte ein Gebäude entstehen mit Erdgeschoss für Geschäfte oder Indoorspielplatz oder eventuell Restaurant, in den Stockwerken darüber begleitetes Wohnen im Alter.

Eine zusätzliche Erweiterung des Zentrums wäre das Gebiet des Migros-Gebäudes und des Coop-Parkplatzes. Hier drängt sich ein neues Konzept nahezu auf, da die Parzelle des Coop-Parkplatzes nicht optimal genutzt wird und das Migros-Gebäude von seiner Architektur und Ästhetik her abreisswürdig erscheint. Durch Überdachung und Begrünung des Coop-Parkplatzes könnte die zentrale Grünzone des Postblockareals ideal erweitert und die Anzahl der Parkplätze erhöht werden durch bessere Nutzungseinteilung der bereits bestehenden Parkplatzfläche. Ein neues Migros-Gebäude würde im Parterre wiederum einen Migros-Laden enthalten, darüber eine weitere Pflege-Aussenstation des APH Wier sowie Wohnungen für das begleitete Wohnen im Alter. Dies würde davon abhängen, wie die erste Etappe des neuen Dorfzentrums verwirklicht werden kann im Bereiche des Postblockes.

Durch eine generelle Neukonzipierung des Zentrums wären die Realisierungskosten dieses Konzeptes im Vergleich zum allgemeinen Nutzen in einem guten Verhältnisse und entspräche einer Win-Win-Situation für alle. Dieses neue, funktionelle Dorfzentrum entspräche nahezu hundertprozentig dem Altersleitbild, welches begleitetes Wohnen im Zentrum fordert sowie, eine Vermeidung der Ghettoisierung der Menschen. Restaurantbetrieb, grosser Saal, Spielplatz und nahe Familienwohnungen würden verhindern, dass der ältere Mensch ghettoisiert würde. Das Alters- und Pflegeheim Wier könnte langfristig ins Dorfzentrum „ gezügelt“ werden, wo es eigentlich schon immer hingehört hätte!