Zukunftsforum

Idee Nr.7

Gesundheit und Solidarität

Das Projekt „Gesundheit und Solidarität“ wurde von der Hausarztpraxis Dr. med. A Rohner in Ebnat-Kappel entwickelt und hat sich bereits seit einigen Jahren bewährt. Es ist beliebig multiplizierbar und kann an jedem Ort in der Schweiz realisiert werden. Wo Menschen in Solidarität zusammenstehen, können sie aus eigener Kraft viel erreichen. Sie brauchen lediglich eine einfache administrative Struktur, ein Bankkonto und den Willen zum Engagement. Und dieses lohnt sich finanziell auf jeden Fall, vor allem für Projektteilnehmer in bescheidenen finanziellen Verhältnissen. Es könnte das Sozialwesen in unserem Dorf revolutionieren mit einer Ausstrahlung weit über Ebnat-Kappel hinaus.

1. Ausgangslage
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Folgende Tatsachen und Überlegungen sind allgemein bekannt:

-Die jährlich steigenden Gesundheitskosten führen zu jährlich steigenden Krankenkassenprämien. Sparmassnahmen werden von allen Seiten zu Recht gefordert. Aber wer möchte verzichten oder sich gar seinen eigenen Lohn freiwillig zugunsten anderer kürzen lassen? Wo und wie können die richtigen Anreize fürs Sparen gesetzt werden? Die Geschichte lehrt, dass nur derjenige spart, der von seinen eigenen Sparanstrengungen auch direkt profitieren kann. Das Projekt „Gesundheit und Solidarität“ bietet hier eine neue Perspektive.

-Wer über eine gute Gesundheit verfügt, sollte eigentlich eine Franchise von Fr. 1500 wählen. Sind die finanziellen Mittel aber beschränkt und der monatliche Lohn tief, möchte niemand das Risiko eingehen, im Krankheitsfalle eine grosse Arztrechnung nicht bezahlen zu können. Daher wählt die Person in bescheiden finanziellen Verhältnissen oft eine Franchise von Fr. 300 und bezahlt damit eine zu hohe Prämie. Das Projekt „Gesundheit und Solidarität“ hat dafür eine einleuchtende Lösung.

2. Grundidee des Projektes
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Der Patient zahlt monatlich Fr. 330 an die Projektadministration und finanziert damit seine sämtlichen Gesundheitskosten im Rahmen der Krankenkassen-Grundversicherung.

Der Projektteilnehmer kann dadurch seine monatlichen Gesundheitskosten genau budgetieren und erlebt keine finanziellen Überraschungen durch unvorhersehbare Kosten im Krankheitsfalle. Er kann ein sauberes Haushaltsbudget erstellen und dadurch seine Finanzen im Griff behalten. Das Projekt eignet sich auch für das Sozialamt und für eine effektive Schuldenberatung.

Der Beitrag von Fr. 330 ist so berechnet, dass damit alle Kosten bezahlt werden können, die während eines Kalenderjahres anfallen könnten. Beansprucht der Projektteilnehmer während eines Kalenderjahres jedoch keine medizinischen Leistungen, resultiert per Ende Jahr auf seinem Konto ein positiver Saldo, der an den Projektteilnehmer zurückerstattet oder dem nachfolgenden Kalenderjahr gutgeschrieben wird.

Das Projektbüro übernimmt die Kosten der monatlichen Krankenkassenprämien, die Bezahlungen der anfallenden Arztrechnungen, die Franchise, den Selbstbehalt von 10% sowie die administrative Korrespondenz mit der Krankenkasse (Rückforderungen).

3. Hintergrundinformationen
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Die Projektadministration schliesst für den Patienten bei der Krankenkasse Agrisano die günstigste Versicherung ab (Hausarztmodell) und wählt je nach Gesundheitszustand des Patienten eine Franchise von Fr. 300 oder Fr.1500. Die Jahresprämie bei einer Franchise von Fr. 300 beträgt für das Jahr 2014 Fr. 2982. Die maximale Eigenbeteiligung eines Patienten pro Jahr ist gesetzlich auf maximal Fr. 1000 festgelegt (Fr. 300 für die Franchise und Fr. 700 für die 10% Eigenbeteiligung). Daraus ergibt sich eine Jahresprämie von 3982 bzw. Fr. 330.00 monatlich. Dieser Betrag entspricht dem monatlichen Beitrag, den der Projektteilnehmer ans Projektbüro zahlt.

Wird eine Franchise von Fr. 1500 gewählt, beträgt die Agrisano-Jahresprämie nur Fr. 2247, der Sparanteil des Projektteilnehmers also Fr. 1735. Damit kann problemlos die höhere Franchise von Fr. 1500 im Bedarfsfalle finanziert werden.

4. Der Solidaritätsgedanke
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Wer gleich nach Eintritt ins Projekt schwer erkrankt und hohe Kosten verursacht, muss sich keine Sorgen machen. Sein persönliches Unter-Konto gerät durch die Arztrechnungen zwar vorübergehend ins Minus, das Projektkonto übernimmt für ihn jedoch die Begleichung der angefallenen Rechnungen. Dies ist möglich, da auch die anderen Projektteilnehmer ihren Beitrag einzahlen und somit genügend liquide Mittel vorhanden sind. Bis Ende des Kalenderjahres hat der Patient mit „Krankheitspech“ durch seine monatlichen Einzahlungen sein Minus kontinuierlich reduziert und schliesslich per Ende Dezember abgebaut.

5. Ein Vergleich lohnt sich!
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Die normale monatliche Krankenkassenprämie bei der CSS kostet Fr. 319, bei der Helsana Fr. 330, bei der Swica Fr. 342 und bei der Visana Fr. 403. Der Projektbeitrag von Fr. 330 liegt also durchaus in dieser Grössenordnung, aber mit dem wesentlichen Unterschied, dass damit alles bezahlt ist und für den Projektteilnehmer keine weiteren Kosten anfallen – im Gegenteil, bei fehlenden medizinischen Kosten erhält der Patient Geld zurück, maximal bis Fr. 1735 pro Kalenderjahr.

6. Vorschlagsidee
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Das Sozialamt zahlt für einen Sozialhilfebezüger die monatlichen Fr. 330 ans Projektbüro und ist damit sämtliche Umtriebe los. Der Sozialhilfebezüger seinerseits übernimmt die Verantwortung für seine Gesundheit. Wenn er nicht wegen jeder Bagatelle den Hausarzt aufsucht, wird er dafür belohnt. Er erhält Ende des Jahres Geld zurück und entlastet zusätzlich das Gesundheitswesen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten und eine Lösung, die wir in unserem Dorf Ebnat-Kappel sofort umsetzen können – ohne fremde Finanzhilfe.

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