Zukunftsforum

Gesundheitskosten Sozialwesen

Zukunftsgedanken zum Projekt G+S

Die Wahlen vom 20. Oktober 2019 standen ganz unter dem Motto des Klimaschutzes und der geschlechtlichen Gleichschaltung. Dabei traten fundamentale Probleme ganz in den Hintergrund wie zum Beispiel die Staatsüberschuldung und die zukünftige Finanzierung eines überstrapazierten Sozialstaates. Die Zentralbanken mit ihrer Niedrigzinspolitik verschaffen der Wirtschaft immer mehr flüssige Mittel mit immer kleineren, langfristigen Erfolgsaussichten. Es wird unumgänglich sein, dass wir in Zukunft mit WENIGER auskommen müssen, nämlich mit einem Weniger an Finanzen, Ressourcen, Goodwill der Bevölkerung etc.

Was kann der Einzelne tun, ausser die Augen vor der Zukunft zu verschliessen und in der Gegenwart zu leben ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft? Er kann etwas tun, nämlich ganz im Kleinen und auf lokaler Ebene. Er kann Dinge umsetzen, die als Modelle für Veränderungen in einem grösseren Rahmen dienen könnten. Das Projekt «Gesundheit und Solidarität» ist ein derartiges Kleinprojekt mit dem Potential einer grösseren Ausstrahlung. Dabei sind insbesondere 2 Aspekte bedeutend:

1. Kosten im Gesundheitswesen

In unserem Gesundheitswesen ist der Patient Kunde, der nur beschränkt für seine Einkäufe bezahlen muss, die ihm von verschiedenen Leistungserbringen angeboten werden. Alle medizinischen Leistungserbringer profitieren vom aktuellen System und zeigen daher wenig Interesse, dieses grundsätzlich zu ändern. Daher ist es unvermeidlich, dass die Krankenkassenprämien jährlich steigen. Es muss ein Umdenken erfolgen, dass der Kunde sich wieder als Patient versteht und nicht mehr als Konsument. Dieses Umdenken muss vom Patienten ausgehen und wird leichter wenn finanzielle Vorteile ins Spiel gebracht werden, von denen der Patient direkt und spürbar profitiert.

Beim Projekt „Gesundheit und Solidarität“ bezahlt der Projektteilnehmer pro Monat einen fixen Beitrag ans Projektkonto (Fr. 400 monatlich fürs Jahr 2020), mit dem sämtliche Gesundheitskosten der Grundversicherung gedeckt sind, auch wenn sehr hohe Kosten anfallen sollten. Wenn der Projektteilnehmer keine unnötigen medizinischen Leistungen beansprucht, profitiert er selber direkt davon. Auf seinem Konto steigt das angesparte Kapital, das ihm per Ende des Kalenderjahres zur freien Verfügung steht. Es ergeben sich daraus folgende Perspektiven, Konsequenzen, Überlegungen:

-Der Bürger wählt mit der Teilnahme am Projekt Gesundheit und Solidarität die aktuell günstigste Versicherungslösung der obligatorischen Krankenversicherung: (Wahl der günstigsten Krankenkasse, Hausarztmodell, mit wenigen Ausnahmen Franchise von 2500 Fr.). Der Projektteilnehmer hat einen Anreiz, unnötige Gesundheitskosten zu vermeiden, weil sich dies direkt auf sein Portemonnaie auswirkt. Die Gesundheitskosten könnten sinken, wenn viele an einem GS-projekt teilnehmen.

-Der Projektteilnehmer ist bereit, auch ein abgespecktes KVG-angebot zu akzeptieren (d.h. einen eingeschränkten Leistungskatalog). Dadurch würden die Krankenkassenprämien sinken und der positive Saldo auf dem Projektkonto steigen. Mit diesem positiven Saldo könnten dann problemlos individuell gewünschte Leistungen finanziert werden wie z.B. Leistungen der Alternativmedizin. Dem Patienten wäre bewusst, dass er diese Leistungen eigentlich über sein Konto bei GS «aus dem eigenen Sack» bezahlt. Es ist somit keine Zweitklassenmedizin, sondern eine Belohnung für finanziell sorgsamen Umgang mit den eigenen Finanzen und eine Unterstützung der freien Wahlmöglichkeit medizinischer Leistungen.

-Da das Projekt die Hausarztmedizin fördert, fördert sie nachgewiesenermassen die günstigste Medizin, was wiederum kostensenkend wirkt.

2. Kosten im Sozialwesen

In unserem Sozialsystem kann der Sozialhilfebezüger seine Krankenkasse frei wählen, muss aber eine Franchise von 300 Fr. abschließen, damit die anfallenden Gesundheitskosten für den Staat möglichst gering sind. Es ergeben sich daraus folgende Perspektiven, Konsequenzen, Überlegungen:

-Auch bei einem Sozialhilfeempfänger ist die günstigste Versicherungslösung jene des Projektes «Gesundheit und Solidarität». Durch ein Pilotprojekt auf lokaler Ebene (in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt Ebnat-Kappel) könnte dies bewiesen werden.

-Der Sozialhilfeempfänger braucht sich um seine Krankenkassenprämie und um seine Gesundheitskosten nicht zu kümmern – alles wird vom Sozialstaat finanziert. Würde ihm ein Bonus von 500 Fr. per Ende Jahr ausbezahlt, wenn er z.B. weniger als 500 Fr. Gesundheitskosten verursacht, wäre dies ein wirksamer Anreiz, auf unnötige Gesundheitsleistungen zu verzichten. Rechnerisch profitiert selbst bei Bezahlung von 500 Fr. der Sozialstaat noch immer mit dem Projekt GS gegenüber dem aktuellen System. Dies liesse sich in einem GS-Pilotprojekt auf lokaler Ebene beweisen. Der Sozialhilfeempfänger, der Staat und das Gesundheitswesen würden vom GS-system im Sozialwesen profitieren.

-Durch den fixen monatlichen Beitrag am Projekt (aktuell 400 Fr./Monat) lassen sich leicht Haushaltsbudget erstellen, weil die Gesundheitskosten keine unbekannte Grösse mehr sind!